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. . . UM 1320---STADTGESCHICHTE BIS 1430---HANDEL + HANDWERK---SPURENSUCHE---STADTARCHÄOLOGIE

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Wohl seit der Fertigstellung der steinernen, noch heute zu vorhandenen Stadtmauer hat Bayreuth bis heute seine mittelalterliche Straßenführung innerhalb der Befestigung nur marginal verändert. Trotzdem findet man kaum noch Spuren jener Zeit im Straßenbild der Stadt. Fast alles ist überbaut, manches auch aufgegeben, oder zerstört und in Folge nicht mehr, oder an anderer Stelle wieder aufgebaut worden.
 
Das erste Rathaus, unbekannt ist wann es erbaut wurde, bekannt ist nur der Standort in der Mitte der heutigen Maximilianstraße und das es wohl beim Hussiteneinfall von 1430 zerstört wurde. Von seinem Nachfolger, um 1446 nahezu an der gleichen Stelle errichtet sind auch nur die Ausmaße bekannt, nach Angaben aus dem Jahr 1666 124 x 42 Schuh (ca. 40 x 14 Meter), beginnet etwa auf Höhe der heutigen Mohrenapotheke in Richtung Sternplatz. Dem Rat stand darin anfangs nur eine Ratsstube zur Verfügung (1).
 
Die Stadtkirche und ihre Baugeschichte reicht möglicherweise auf das späte 12. Jh. zurück und auch wenn sie vielfach zerstört, wiederauf- und umgebaut wurde haben sich am Untergeschoß des Nordturms hochmittelalterliche Reste erhalten. Möglicherweise stand Anfang des 14. Jahrhunderts auch schon ein erster gotischer Kirchenbau (2).
 
Das "Schloss", irreführen auch als "Meranierschloss" bezeichnet, reicht in seinem Ursprung in jeden Fall vor 1400 zurück, möglicherweise aber auch in die Zeit vor dem 13. Jahrhundert. Es lag an der nördlichen Marktplatzseite, in Lage und Größe in etwa entsprechend dem heutigen "Alte Schloss" um seinen Innenhof (Harmoniehof). Vom Gebäude selbst ist nichts überliefert, nur dass die Anlage ohne großen Abstand an die Bürgerhäuser anschloss (3).
 
Die Stadtmauer, sorgfältig aus Sandstein-Buckelquader errichtet, folgt bis heute fast vollständig dem Verlauf den sie seit ihrer Erweiterung Anfang des 14. Jahrhunderts eingenommen hat. Sie verfügte über eine Vielzahl von Wehrtürmen und wohl auch schon über umlaufende Wehrgänge (4). Von letzterem finden sich noch heute vereinzelt sog. Kragsteine, welche den Laufgang der Wehrgänge trugen. Eingang gewährten zwei Stadttore, im Westen das „Untere Tor“, etwa auf Höhe des heutigen Pauschenbergleins und im Osten entsprechend, das „Obere Tor“, etwa auf Höhe Maximilianstraße 6.
 
Das erste urkundlich fassbare Spital samt dazugehöriger Kapelle dürfte wahrscheinlich vor den Toren der Stadt, im sog. "Inneren Spitalhof" gestanden haben, etwa auf Höhe der heutigen Ecke Kulmbacher Straße/Austraße (5). Es dürfte wohl mit Fertigstellung eines neuen Spitals samt Kirche, am heutigen Platz, Mitte des 15. Jahrhunderts aufgelassen worden sein.
 
Der Tappert, war (6) ist ein offener, künstlich angelegter, Bachlauf der etwa auf Höhe der (heutigen) Hohlmühle, Wasser vom Sendelbach ableitet. Er gelang den Rennweg begleitend, die heutigen Richard-Wagner-Staße (7), am Oberen Tor in die Stadt. Sein Hauptarm führte das Wasser entlang der Südseite des Markts durch die Stadt zum Mühltürlein (8) wo er sie über einen Durchlass in der Stadtmauer verlies.
Wann der Tappert angelegt wurde ist unbekannt. In Urkunden findet man ihn erstmals 1468 (9). Er schein aber bereits zum Ende des 12. Jahrhunderts bestanden haben, da man das südliche Stadtgelände (um die heutige Stadtkirche) zur Entwicklung der Stadt über seinen Seitenarm entlang der Kämmereigasse entwässert und damit bebaubar gemacht hat. Es lässt sich aber auch vermuten dass man den Seitenarm auch erst zu diesem Zweck angelegt hat (10).
 
 
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1) Trübsbach 1993, S. 41
2) Waha 2011e, S. 11
3) Trübsbach 1993, S. 30f.
4) Die Wehrgänge im Süden, zeigt das sog. Küffnersche Epitaph vom Anfang des 17. Jh. im Norden, aus dem gleichen Zeitraum, der älteste Plan der Stadt.
5) Trübsbach 1993, S. 37
6) Bis Heute folget der Tappert in weiten Teilen seinem historischen Lauf. Im Innenstadtbereich allerdings verrohrt unter den Straßenpflaster. Auch unter der historischen Altstadt.
7) Im Weiteren werden hier ebenfalls die heute gebräuchlichen Straßennahmen eingesetzt.
8) Was bis dahin nur archivarischen Quellen zu entnehmen war, scheint zwischenzeitlich (April 2010) auch archäologisch seine Bestätigung gefunden zu haben. Siehe: Waha 2010, S. 11.
9) Trübsbach 1993, S. 35
10) Trübsbach 1993, S. 31
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