ARCHÄOLOGISCHE FUNDE

Ein kleiner, sehr repräsentativer, Teil des Fundgutes der zwei großen Bayreuther Stadtgrabungen ist der Öffentlichkeit zugänglich. Beide Ausstellungsorte liegen in enger räumlicher Nähe zum jeweiligen Grabungsareal. Zum einen, Fundgut der Grabung "Ehemalige Schmiedgasse“ (Bild 1), heute der Innenhof der Regierung von Oberfranken. Z.Z. in einer Wandvitrine im zweiten Obergeschoß des Regierungsgebäudes an der Kanzleistraße. Zum anderen, Fundgut aus der Grabung "Alte Lateinschule", (Bild 2 + 3) heute das Historisches Museum der Stadt Bayreuth, in zwei Vitrinen im Foyer des Museums.

Weitere Funde aus Bayreuth und der Region (Bild 4) zeigt das Archäologische Museum des Historischen Vereins für Oberfranken. Auch wenn hier der Schwerpunkt auf Vor- und Frühgeschichtliche in Oberfranken liegt, liegen dort auch einige hoch- und spätmittelalterliche Fundstücke. Darunter eine Ausstellungstafel aus dem Jahr 1881. Sie zeigt spätmittelalterlichen Metallfunde und wird bis heute unverändert präsentiert, um den Gegensatz zur heutigen musealen Präsentation zu zeigen.


Vierpassbecher und Ofenkacheln - Bayreuth, Grabung "Ehemalige Schmiedgasse“,

Aus der Zeit zwischen Mitte 14. Jahrhundert und um 1400. Oben links im Bild ein Vierpassbecher (Für ihn findet sich unter den Funden der Grabung "Alte Lateinschule" ein ganz ähnliches Exemplar (1), daneben zwei Ofenkacheln, darunter zwei Töpfe und ganz unten im Bild eine Schüssel.


Achteckschalen - Bayreuth, Grabung "Ehemalige Schmiedgasse“,

Zwischen Mitte 14. Jahrhundert und um 1400. Im Bild unten die Funde, darüber die entsprechenden Rekonstruktionen.


Kannen mit Engobebemalung - Bayreuth, Grabung "Alte Lateinschule"

Alle Kannen, zweite Hälfte 14.Jahrhundert.


Vierpassbecher - Bayreuth, Grabung "Alte Lateinschule“

Links im Bild aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und rechts daneben aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Für den jüngeren Becher findet sich unter den Funden der Grabung "Ehemalige Schmiedgasse" ein ganz ähnliches Exemplar (2).


Kleiner Griff mit Tierfigur - Bayreuth, Grabung "Alte Lateinschule"

Aus den 14. Jahrhundert. Möglicherweise gehörte dieser (Knochen)Griff zu einem Löffel, die Tierfigur dürfte einen sitzenden Hund darstellend. (3). Für das Fundstück unten links im Bild, liegen uns keine Unterlagen vor, es dürfte sich aber um einen Fingerhut handeln.


Schüssel und Topfkacheln - Bayreuth, Grabung "Alte Lateinschule",

Alle zweite Hälfte 14.Jahrhundert.

 


Keramikfunde im Archäologischen Museum Bayreuth

Aus der Burg am Großen Waldstein,12. Jh. (im Bild Nr. 1) und aus Bayreuth, Ecke Kanzleistraße/Sophienstraße, 13./14.Jh. (im Bild Nr. 4).


Kleiner Henkeltopf, weiße Drehscheibenware Bayreuth, erste Hälfte des 14. Jahrhundert.

Bei solch kleinen Töpfen (Höhe11, Randdurchmesser 10 cm) ist die Verwendung zur Bevorratung kostbarer Zutaten, zum Beispiel Gewürze, denkbar (4).


Ausstellungstafel aus dem Jahr 1881

Die Tafel zeigt hauptsächlich spätmittelalterlichen Metallfunde. Sie wurde in ihrer ursprünglichen Form bis heute beibehalten um den Gegensatz zur musealen Präsentation von heute zu zeigen.

2013/14 wurde die Tafel wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich im "Archiv für Geschichte von Oberfranken" Band 94 nachlesen. Hier nur so viel und zum neugierig machen, das prominenteste Stück der Tafel, das mittig angebrachte Schwert, wurde im Fichtelgebirge gefunden. Es dürfte aus einer Passauer Werkstatt stammen und in das 15. Jahrhundert, evlt. sogar in das 14. Jahrhundert zu datieren sein. Die ältesten Funde auf der Tafel fanden sich unter den 47 Sporen, zwei sogenannte Stachelsporen aus dem 10./11. Jahrhundert.


1) Bischof 2010, Abb. 39. Siehe auch Becher "Alte Lateinschule".

2) Bischof 2010, Abb 38. Siehe auch Keramikfunde "Ehemalige Schmiedgasse"

3) Müller 1996, S. 53

4) Pfaffenberger 2007, S. 63